„Metro2033“ heißt dieses Werk. „Hallo? Ich und lesen? Du meinst nicht mich oder? Das einzige was ich lese ist die „PC Action“ und auch nur weil da mal ein paar nackte Weiber zu sehen sind, das war’s dann auch schon...“ so mein Statement als Sie zu mir sagte: “Du stehst ja auf kranken Scheiß… Das musst Du lesen…“
Monate lang lag der cirka 800 Seiten umfassende Wälzer auf meinem Nachttisch und ich würdigte dem Teil nicht den Hauch einer Chance gelesen zu werden. Irgendwann Wochen später schlenzte ich durch die Männerabteilung eines Elektronik-Endgerätehändlers welches nach einem Planeten benannt ist. Richtig, Orion… Ähem, nee das war was anderes…
Dort fiel mein Blick auf die Adaption des Buches „Metro2033“ und für 10 Ökken hab ich’s dann mal eingesackt, was im Nachhinein auch kein Fehler war. Ganz im Gegenteil…
Als ich das Spiel nun einige Zeit gedaddelt hatte, machte ich mich eines Abends doch an den Schinken heran. Nee, nicht an meine Frau sondern an das Buch. Hätte nicht gedacht das ich es irgendwann mal wieder hinbekomme zu lesen aber bei dem Buch komme ich nicht los und ich bekomme auch mal Nachts um zwei Uhr Tritte in die Seite das ich doch mal bitte das Licht ausschalten solle…
„Ja super… Schön das Du wieder liest… Aber worum zur Hölle geht es bei dem Zeug?!“
Okay, Metro2033 spielt im Jahr 2033… Wer hätte das bei dem Titel gedacht??? Nach einem Nuklearen Krieg (ich leg es einfach mal so aus), liegt die Welt in Schutt und Asche. Der Mensch wie man ihn einst kannte gibt es nicht mehr,zumindest "über" der Erde, ein paar hat es in die Moskauer Metro verschlagen und versucht dort zu überleben. Der Mensch scheint vom Thron der Evolution vertrieben zu sein denn an der Oberfläche haben sich durch die Verstrahlung bizarre Lebensformen entwickelt, Dämonen, Ratten von der größe eines Menschen, bis hin zu den „Schwarzen“. Nur noch die sogenannten „Stalker“ begeben sich an die Oberfläche, um die Stationen in der Metro mit diversen Dingen zu versorgen. Der Protagonist Artjom wird immer wieder von Visionen der „Schwarzen“ heimgesucht. Eines Tages wird er von dem Soldat Hunter angesprochen der um die Gefahr der „Schwarzen“ weiß und Artjom den Auftrag erteilt die Situation in der „Polis“ zu schildern, denn womöglich könnten die „Schwarzen“ die Existenz der Metro gefährden oder gar zerstören. Er macht sich auf den Weg durch die U-Bahn Tunnel, schlägt sich über verschiedene Stationen, in denen sich unterschiedliche Gruppierungen gebildet haben (Kommunisten, Faschisten, Händler, etc. etc.) und erlebt dabei teils verstörende Situationen. Welche im Buch derart klasse beschrieben sind das man Gänsehaut pur bekommt… War teils schon Putenpelle...
Ich für meinen Teil finde es eine gelungene Adaption vom Buch zum Spiel. Wobei das Spiel Stellenweise vom Buch abweicht, aber es tut der Spannung keinen Abbruch. Zwischendurch beim daddeln musste ich auch mal raus auf den Balkon eine rauchen. Nicht weil ich Schmacht hatte sondern Schiss… Es kommen immer wieder Stellen an denen man sich heftig erschreckt, besonders wenn man durch die langen dunklen Tunnel schleicht und Schritte und Schreie hört die näher kommen aber dann doch an einem vorbei gehen, weil sie im parallel verlaufenden Tunnel sind… Ein paar Schritte weiter stürzen sich diese Mutanten wie aus dem Nichts auf dich… Kalaschnikow raus und ballern was das Zeug hält…
Mein persönliches Fazit: Wer auf Horror und Endzeit steht sollte sich beides, Buch und Spiel, für grad mal 15 € besorgen. Gut, das Spiel hat hier und da seine Macken (Synchro vom Protagonisten verursacht bei mir ein Verlangen nach Krombacher und Formel 1, ist die Stimme von dem Werbefuzzi bei RTL) aber das coole düstere Leveldesign, die sehr gute Grafik und teils klaustrophobische Gasmasken Level entschädigen dafür. Viel Spaß und schönes Schaudern sowohl beim daddeln und erst recht beim Lesen…
In diesem Sinne
Euer J. McClane





